Rauhhaardackel „Boris“

Die Demenzerkrankung unseres 14-jährigen Dackels Boris zeigt sich in verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten:

  • bekannte Personen werden nicht mehr erkannt und verbellt
  • räumliche Desorientierung (Boris findet Türen nicht)
  • zeitliche Desorientierung (Boris erwartet abends seine Fütterung, die er mittags schon erhalten hat)
  • gesteigerte motorische Unruhe
  • Stereotypien, zwanghaft wiederholte Verhaltensweisen (Boris könnte den ganzen Tag Böden und Teppiche ablecken)
  • nächtliche Unruhe
  • Anstarren von Wänden oder Böden
  • Fressen von unverdaulichen Dingen
  • Unsauberkeit

Kater „Tiger

Tiger, ein auf ca. 16 Jahre geschätzter Kater, lebt mit 4 weiteren Katzen in einem Haushalt. Er ist ein geselliges, liebes, sensibles und etwas phlegmatisches Tier, das bei seinen 4 Damen die Chefposition innehat. Seit einiger Zeit beschmutzt er seinen Liegeplatz; er vergisst wohl, rechtzeitig aufzustehen und das Katzenklo aufzusuchen. Durch seine Diabeteserkrankung und dem dadurch bedingten erhöhten Trinkbedarf tritt diese Problematik gehäuft auf.

Auch beim Besuch des Katzenklos geht einiges daneben: entweder geht er nur mit dem Kopf herein oder er vergisst, sich umzudrehen. Da eine akute Blasen- oder Nierenentzündung ausgeschlossen werden konnte, schien eine dementielle Erkrankung sehr wahrscheinlich. Dafür spricht auch sein allabendliches „Vokalisieren“ bzw. Schreien, welches plötzlich auftrat.

Homöopathische Behandlung

Während ich für „Boris“ ein einziges, für ihn individuell passendes Homöopathikum auswählte, erhielt „Tiger“ ein sogenanntes Komplexmittel, d.h. ein Mittel, das aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln besteht (siehe auch unter „Tierheilpraxis – Homöopathie“). Beide Tiere zeigten relativ schnell erste Verbesserungen: Boris findet wieder Türen und muss nicht mehr ständig seinem Leckzwang nachgehen. Auch seine Unsauberkeit tritt nur noch sporadisch auf und ist ein Indikator für eine erneute Verschlechterung seines Zustandes. An manchen Tagen ist er geistig völlig normal.
Tiger uriniert beim Besuch des Katzenklos nicht mehr daneben und beschmutzt auch nicht mehr seinen Liegeplatz. Auch wird er von seinen Besitzern als agiler und „klarer im Kopf“ beschrieben. Er ist nicht mehr so phlegmatisch, ist überall dabei, wirkt insgesamt viel jünger und schreit abends nicht.
Wenn die homöopathische Wirkung nachlässt, zeigen beide Tiere wieder den vorherigen Zustand! Bei den ersten Anzeichen einer Verschlechterung bekommen Boris und Tiger erneut ihr Homöopathikum bzw. Komplexmittel (homöopathische Arzneimittel sollen grundsätzlich so oft wie nötig und so selten wie möglich angewandt werden).

 

Nachtrag: Seit einigen Monaten behandel ich meinen mittlerweile 15-jährigen Boris mit einer chinesischen Kräuterrezeptur, die sowohl seine weiter fortschreitende Demenzerkrankung als auch seine Unruhe bzw. Rastlosigkeit und seine Schlaflosigkeit sehr gut abdeckt.

 

Ein an Demenz erkranktes Tier ist oft eine starke Belastung für seine Besitzer. Man muss sich aber immer vor Augen halten, dass das Tier nicht mehr in der Lage ist, sich anders zu verhalten. Bei einer beginnenden Demenz sollte immer eine homöopathische Behandlung versucht werden. Des weiteren können folgende unterstützende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Vermeiden von Unruhe, Hektik und Trubel, da dadurch das Tier schnell überfordert wird
  • ein geregelter Tagesablauf, der dem Tier Sicherheit und Orientierung gibt
  • Vermeiden von räumlichen Veränderungen
  • Förderung der verbliebenen geistigen Fähigkeiten (z.B. Futtersuchspiele)
  • ein rücksichtsvoller, geduldiger und liebevoller Umgang mit vielen Streicheleinheiten